Datenrettung News: Vogon warnt Interpol vor Computerkriminalität
Nach Meinung von Großbritanniens führendem Spezialisten auf dem Gebiet
der EDV-Ermittlung hemmt in erster Linie der Mangel an Geldmitteln die Fahndungsarbeiten
im Bereich der internationalen Kriminalität, dicht gefolgt von technischem
Unvermögen.
Dazu Clive Carmichael-Jones, Operations Director bei Vogon International, in
seinem Vortrag bei der Interpol-Konferenz zum Thema Computerkriminalität
letzten Monat im estländischen Tallinn: „Je mehr wir unsere Lebensgestaltung
der Technologie anvertrauen, desto wichtiger wird die Erfassung, Aufbereitung,
Analyse und gerichtsseitige Präsentation elektronischer Beweismittel für
eine erfolgreiche Verurteilung bei den verschiedensten Straftaten.
Es genügt nicht, von den Strafverfolgungsbehörden zu fordern, dass
sie mit den neusten technologischen Entwicklungen Schritt halten. Ihre Geldgeber
müssen auch ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, damit dies überhaupt
möglich ist, nicht zuletzt auch durch Schulung der Ermittler in den verschiedenen
EDV-Spezialgebieten. Sonst werden die Straftäter stets die Überhand
behalten."
Im Zusammenhang mit der Aufdeckung von Kinderpornografie erläuterte Carmichael-Jones,
dass vermeintlich gelöschte Internet-Bilder rekonstruiert und bei Gericht
als Beweismittel vorgelegt werden können. In einem bahnbrechenden, britischen
Fall wurde mit Hilfe von Vogons forensischer Software unlängst bewiesen,
dass der Angeklagte unter Verwendung einer bestimmten Suchmaschine nach Webseiten
pädophilen Inhalts gesucht hatte und dann über die angezeigten Links
zu den Websites gelangt war, die kinderpornografische Bilder anboten. Dort zeigte
er die Bilder in voller Größe an. Dies hat letztendlich zu seiner
Verurteilung geführt.
„Kriminalistische Untersuchungen dieser Art unter Einbeziehung hochmoderner
Technologien und Ermittlungsexperten sind unverzichtbar, wenn wir verhindern
wollen, dass die Verbreitung von Kinderpornografie völlig außer Kontrolle
gerät", fuhr Carmichael-Jones fort. „Allerdings erfordert dies
beträchtliche Investitionen sowie die enge Zusammenarbeit der internationalen
Ermittlungsbehörden auf höchster Ebene." |