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| E-Commerce |
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Der Begriff "E-Commerce" ist relativ neu und daher nur recht schwer
zu definieren. In der noch jungen Literatur zu diesem Thema wird
die Bedeutung dieses Wortes auch recht unterschiedlich definiert.
Die einfachste Art der Definition besteht aus der Definition der
beiden Wortbestandteile "E" (für "Electronic") und "Commerce".
"Commerce" umfaßt hierbei alle Aktivitäten eines Unternehmens,
die auf den Absatz seiner Produkte bzw. Dienstleistungen gerichtet
sind. Darunter wird allerdings nicht nur der reine Vorgang des
Verkaufens verstanden, sondern auch angegliederte Prozesse, wie
Beratung und Marketing.
"Electronic" bezeichnet die Wahl des Mediums und erfaßt somit
alle elektronischen Medien. Oft wird E-Commerce eng mit dem Internet
verbunden. Der Begriff jedoch enthält auch die Verwendung anderer
Medien, wie z.B. Fernsehen oder Mobiltelefonie.
Zusammenfassend läßt sich somit folgende Definition aufstellen:
"E-Commerce" ist die Vermarktung und der Vertrieb von Produkten
und Dienstleistungen eines Unternehmens über elektronische Medien.
Abgegrenzt werden muß "E-Commerce" allerdings vom Begriff "E-Business".
Dieser umfaßt weit mehr als nur den Vertrieb von Produkten und
Dienstleistungen. Er beinhaltet auch andere Prozesse eines Unternehmens,
die auf elektronischem Wege ausgeführt werden. Als Beispiele können
hier die virtuelle Zusammenarbeit von Mitarbeiterteams, virtuelle
Mitarbeiterschulungen u.v.m. gelten. Oft werden diese Worte jedoch
als Synonyme benutzt.
Zahlreiche Publikationen stützen jedoch eine Unterscheidung: Electronic
Business umfaßt Anwendungen in allen betrieblichen Funktionen,
beispielsweise virtuelle Produktentwicklung, interaktives Marketing,
Online-Handel und Teleservice. Der ebenso populäre Begriff E-Commerce
bzw. elektronischer Geschäftsverkehr wird dagegen sehr uneinheitlich
verwendet. Er wird entweder mit Electronic Business gleichgesetzt
oder -dies erscheint uns sinnvoller - herangezogen, wenn vom elektronischen
Handel im engeren Sinn, vom Bestellen, Kaufen und Zahlen über
das Netz, die Rede ist."
E-Commerce wird in die Bereiche Business-to-Business bzw. B2B,
den Handel zwischen Unternehmen und Business-to-Consumer bzw.
B2C, den Handel von Unternehmen mit Endkunden, unterteilt. Während
in den vergangenen Jahren vor allem der Bereich des B2C durch
schillernde Vorreiter wie Amazon.com im Rampenlicht der Öffentlichkeit
stand, wächst zunehmend die Bedeutung des B2B-E-Commerce.
In letzter Zeit tritt noch eine weitere Form des E-Commerce in
Erscheinung, der sogenannte Intra-Business-E-Commerce. Damit ist
der elektronische Handel innerhalb eines Unternehmens gemeint.
Vor allem in großen Firmen ist diese Form des E-Commerce zu finden.
Banken nutzen diese Form z.B. zur Interaktion mit ihren Filialen.
Historie
Es ist kaum möglich, einen Ursprung des E-Commerce zu definieren,
da aufgrund der recht weitgefaßten Definition auch die Fernseh-
und Radiowerbung zu den E-Commerce-Aktivitäten zählt. 1994 wurde
E-Commerce zum ersten Mal in einer institutionellen Schrift erwähnt.
Es handelt sich hierbei um den sogenannten "Federal Aquisition
Streamlining Act" , in dem erste Reglementierungsversuche zu finden
sind.
E-Commerce, im Sinne des Vertriebs von Waren und Dienstleistungen
über das Internet, entwickelte sich parallel zum Boom des World
Wide Web, der 1993 mit der Entwicklung des ersten vollgrafischen
Browsers seinen Anfang nahm.
Heute stellt E-Commerce eine eigene Branche dar. Die großen Vertreter
dieser Branche sind an den Weltbörsen gelistet. Der weltweite
Vertrieb birgt jedoch den Nachteil der weltweiten Konkurrenz mit
anderen Anbietern, wodurch die Marketingaufwendungen der E-Commerce-Unternehmen
sehr hoch sind und selbst die bekanntesten Vertreter wie Amazon.com
heute noch keine Gewinne erwirtschaften.
Im Rahmen des E-Commerce sind auch für Endkunden völlig neue Vertriebsformen
entstanden - so bietet der niederländische Anbieter letsbuyit.com
die Möglichkeit, die Einkaufsmacht der Kunden zu bündeln und dadurch
einen niedrigeren Preis zu erzielen. Verschiedene Anbieter verkaufen
ihre Waren auch im Auktionsverfahren.
Für die kommenden Jahre prognostiziert man dem E-Commerce überdurchschnittliche
Wachstumsraten. So kommt eine Studie der Forrester Research zu
dem Schluß, daß die E-Commerce-Umsätze in Europa bis 2004 auf
1550 Millarden Euro anwachsen werden. |
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