TREND MICRO Viren-Report für November 2003
Das Team der TrendLabs EMEA kommentiert aktuelle Entwicklungen bei Viren und
Würmern
TREND MICRO, einer der weltweit führenden Hersteller von Web-basierter
Antiviren- und eSecurity-Software, entdeckte im November rund 189 neue Malicious
Codes, darunter Viren, Würmer, Adware, Trojaner und andere Malware. Bei
genauerer Betrachtung stellte sich der November dabei als „Monat der Varianten“
heraus: Rund 72 Prozent der von TREND MICRO identifizierten Malware entfielen
auf neue Varianten bekannter Bedrohungen. 28 Prozent der Malware zeigte Merkmale
eines Wurms, 22 Prozent waren Trojaner und weitere 22 Prozent Backdoors (Hintertüren).
Die verbleibenden 28 Prozent setzten sich aus verschiedenen Kategorien zusammen,
unter anderem Javascript-, Word-, Excel-, Visual Script-, PE-Viren. Die Spitzenposition
der „Virus Top 10“ belegt weiterhin WORM_SWEN.A, der seit dem 18.
September 2003 weltweit rund 291.000 Systeme infiziert hat (Stand: 24. November
2003). Nähere Angaben zur Viren-Aktivitäten bietet die TREND MICRO
Virus Map, die unter
http://de.trendmicro-europe.com/enterprise/security_info/virus_map.php bereitsteht.
Im November entdeckten die TrendLabs 16 neue Varianten von WORM_AGOBOT sowie
13 neue BKDR_SDBOT- und 12 neue WORM_MIMAIL-Versionen.
WORM_SWEN.A unterstreicht die Anfälligkeit von Netzwerk-Anwendern für
Social Engineering. Der Wurm tarnt sich als Email von Microsoft und täuscht
so den Anwender. Dabei wird nicht nur die Email-Adresse des Absenders gefälscht,
sondern auch das gesamte Erscheinungsbild der Nachricht (durch Verwendung der
grafischen Gestaltungsrichtlinien von Microsoft). Die Email erweckt damit erfolgreich
den Eindruck, tatsächlich von Microsoft versandt worden zu sein. WORM_SWEN.A
demonstriert, dass der Faktor Mensch eine wichtige Rolle bei der Einrichtung
wirksamer Sicherheitsmaßnahmen spielen muss. Ebenso entscheidend ist es,
Anwender kontinuierlich über Viren-Aktivitäten zu informieren.
WORM_KLEZ.H hält sich bereits seit 19 Monaten in den Virus Top 10 und verdeutlicht
damit die Gefährlichkeit von Retro-Viren. Diese versuchen gezielt, AntiViren-Lösungen
zu deaktivieren. Obwohl bereits seit geraumer Zeit von verschiedenen Herstellern
Gegenmittel bereitgestellt werden, ist der Wurm immer noch eine Bedrohung für
Computersysteme.
WORM_SDBOT kombiniert die Eigenschaften von Würmern und Backdoors. Die
Malware verwendet normale und grundsätzlich legitime Werkzeuge, um sich
in Remote-Systemen mit schwachem Passwortschutz zu verbreiten. Aus diesem Grund
rät TREND MICRO nachdrücklich allen Netzwerk-Administratoren dazu,
leistungsfähige Passwortsysteme für Anwender und Netzbereiche einzusetzen.
Darüber hinaus sollten Nutzer nicht über Administratorrechte auf ihrem
Computer verfügen.
Die neue Variante von WORM_MIMAIL verbreitet sich wie das Original über
Email und eine eigene SMTP-Engine. Um den Endanwender zu täuschen wird
aber der Nachrichtentext und der Name des Dateianhangs modifiziert.
Die Mehrheit der neuen Varianten von WORM_AGOBOT verwendet Retro-Viren-Techniken.
Genau wie die älteren Varianten versucht der Wurm, bestimmte Schwachstellen
des Windows-Betriebssystems für seine Verbreitung auszunutzen. Dazu gehören:
- Remote Procedure Call (RPC) Distributed Component Object Model (DCOM) Vulnerability
- IIS5/WEBDAV Buffer Overflow Vulnerability
- RPC Locator Vulnerability
Bereits zum wiederholten Male setzen Viren gezielt bestimmte Schwachstellen
im Betriebssystem ein, um Computer zu infizieren. Dies beweist, dass weltweit
noch immer zu viele Systeme ohne aktuelle Sicherheitsupdates betrieben werden.
Zu guter Letzt möchte TREND MICRO alle Computer-Nutzer noch einmal darauf
hinweisen, dass elektronische „Grußkarten“ oftmals gefährliche
Malware enthalten können. Besonders aufgrund der bevorstehenden Weihnachtszeit
ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten.